Das regionale Umland der Oberschule Wagenfeld wird durch unterschiedlichste Naturräume wie die „Dammer Berge“, die „Stemweder Berge“, diverse Moore und natürlich durch den „Dümmer See“ charakterisiert. Letzterer Naturraum ist somit auch namensgebend für den sogenannten Naturpark Dümmer (www.naturpark-duemmer.de). Im Naturpark Dümmer können Naturerlebnisse wie beispielsweise Kranich- und Vogelbeobachtungen, Moorerlebnistouren oder geführte Wanderungen mit naturkundlichen Vorträgen erfahrbar gemacht werden. Zu den Aufgabenfeldern eines Naturparks gehört neben dem Naturschutz auch die Umweltbildung. In Kooperation zwischen dem Naturpark und ausgewählten Schulen werden Themen wie Natur und Landschaft, regionale Kultur und Handwerk, Land- und Forstwirtschaft regelmäßig im Unterricht, in Exkursionen oder an Projekttagen behandelt. Die Schüler und Schülerinnen lernen die eigene Region kennen und werden sowohl für sie begeistert als auch für ihre ökologische Bedeutung sensibilisiert. Seit dem Sommer 2018 ist die Oberschule Wagenfeld zertifiziert als bundesweite Naturpark-Schule (www.naturparke.de/aufgaben-ziele/bildung/naturpark-schulen.html). Somit möchten wir versuchen, den Schülern und Schülerinnen mehr Naturerlebnisse und eine Auseinandersetzung mit realen Unterrichtsobjekten zu ermöglichen. Darüber hinaus soll das Bewusstsein für die Bedeutung des Wechselspiels zwischen Mensch und Natur geschärft werden. Um den Anforderungen des erhaltenen Gütesiegels gerecht zu werden, ist unter anderem ein jährlich wiederkehrender Wandertag eingeführt worden: Die Schüler und Schülerinnen erleben die Arbeiten auf einem Wagenfelder Kartoffelhof, wandern im Stemweder Berg, naschen Honig in einer Imkerei, kontrollieren die Wasserqualität des Dümmer Sees oder erleben das Ökosystem Wald im Waldpädagogikzentrum Hahnhorst. Darüber hinaus werden die Moorwelten in Hann. Ströhen oder das Rehdener Geestmoor zum Entkusseln besucht. Des Weiteren sind aber auch konkrete Naturschutzmaßnahmen wie ein Insektenhotel, eine Kräuterspirale, eine Benjeshecke oder Blühstreifen auf dem Schulgelände geplant bzw. zum Teil bereits in der Erarbeitung. Über konstruktive Anregungen oder Vorschlägen zu weiteren regionalen Angeboten freuen wir uns jederzeit.

Jahrgangsstufe Mögliche Naturpark-Schule-Aktionen
5 Besuch eines Kartoffelhofs

Kooperation mit dem Hegering Hemsloh

Anbringung von Futterhäuschen für Vögel im Winter

6 Kooperation mit dem Hegering Hemsloh

Nistkästen für Vögel anfertigen

Blühstreifen für Wildbienen

Installation und Unterhaltung eines Amphibienzauns

geführte Bestimmungsübungen im Stemweder Wald

7 Besuch einer Imkerei

Unterhaltung eines Insektenhotels

Untersuchungsreihen zum Ökosystem Wald

Apfelernte auf dem Schäferhof (Saft pressen)

8 Untersuchungen am Dümmer See / am Schulteich

Führung durch die Moorwelten und das Neustädter Moor

Vogelbeobachtung

9 Anlegen einer Kräuterspirale

Anlegen einer Benjeshecke

Besuch des Waldpädagogikzentrums Hahnhorst

10 Entkusseln im Moor (Pflegeeinsatz)

 

Die Oberschule möchte Wagenfeld summen lassen

Im Rahmen des Projekts „Wagenfeld summt“ wollen dreizehn Schüler und Schülerinnen im Alter von 11 bis 13 Jahren des Wahlpflichtkurses „Biologie“ aus dem sechsten Jahrgang die regionale und ökologische Bedeutung der Wildbienen erfahrbar machen. Auf der Basis des vorab selbstangeeigneten Fachwissens zur Wildbiene, erhalten die Schüler und Schülerinnen die Gelegenheit, sogenannte Blühkästen und Nisthilfen für Wildbienen anzufertigen. Mit der Unterstützung von Wolfgang Brunkhorst als Wildbienen-Experte aus der Gemeinde Wagenfeld sollen die Schüler und Schülerinnen für die regionale und ökologische Bedeutung der Wildbiene sensibilisiert werden.

Die Schüler und Schülerinnen des Biologie-WPK übernehmen dabei die Informationsbeschaffung und Planung. Die Anfertigung der Blühkästen und Nisthilfen wird in Kooperation mit dem WPK „Werken“ des neunten Jahrgangs durchgeführt.

Die Blühkästen sollen eine Größe von 40cm x 20cm x 12cm haben und in rechteckiger Form aus robustem Holz produziert werden. Die Innenseite wird dann mit Folie ausgekleidet, um eine längere Nutzungsdauer zu erzielen.

Diese werden dann im Frühjahr mit geeigneter torffreier Pflanzerde befüllt und von den Schülern und Schülerinnen auf dem Wagenfelder Frühlingsmarkt mit Unterstützung der Gruppe „Lebendiges Wagenfeld“ an die Bevölkerung ausgehändigt. Diese erhalten zusätzlich eine Saatgutmischung, die bevorzugte Pflanzen der Wildbienen beinhaltet. Im heimischen Garten können die Personen die Saatgutmischung in ihrem Blühkasten ausbringen, der dann als Nahrungsquelle für Wildbienen fungiert. Somit können viele Wagenfelder Bürger und Bürgerinnen einen kleinen Beitrag durch einen kleinen Blühkasten in ihrem eigenen Garten zum Erhalt der Wildbienen leisten. Insgesamt sollen 40 jener Blühkästen angefertigt werden.

Ähnlich verhält es sich mit den Nisthilfen. Ein Holzklotz von variabler Breite, aber einer Mindesthöhe von 15cm, soll entsprechend präpariert werden, damit er als Unterschlupf für Wildbienen fungieren kann. Auch dieser wird im Rahmen des Wagenfelder Frühlingsmarkts verteilt und unterstützt dadurch ebenfalls den Fortbestand der Wildbienen.

Dieses Projekt wird mit Hilfe des Naturparks Dümmer finanziell durch die Bingo Umweltstiftung unterstützt.